Sportprofil

Das Sportprofil am OHG – Sport als Hauptfach

Bewegung ist zentraler Bestandteil unseres Leitgedankens Lernwelten in Bewegung. Er drückt aus, dass geistige und körperliche Beweglichkeit in symbiotischer Beziehung stehen, die die Grundlage für ein erfolgreiches Schulleben bildet.
Deshalb kommt dem Sportunterricht am Otto-Hahn-Gymnasium eine besondere Bedeutung zu. Er leistet, neben der Verbesserung und Förderung sportmotorischer Fähigkeiten, einen wesentlichen Beitrag für die kognitive Entwicklung ihrer Kinder. Sportunterricht, der sich durch ein vielseitiges, sportartübergreifendes Bewegungsangebot auszeichnet, schafft daher optimale Bedingungen für das Lernen im Allgemeinen. Viel Bewegung steigert u.a. die Konzentrationsfähigkeit und baut Stress ab – Voraussetzungen, die für das Bestehen an einem achtjährigen Gymnasium unabdingbar sind.
Des Weiteren sind die Ausbildung sozialer Kompetenzen wie z.B. der Teamfähigkeit und die Erziehung zu Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen wichtige Ziele unseres Schulsports.
Wir verstehen unter Bewegung deshalb mehr als körperliche Ertüchtigung. Sie ist Wegbegleiter bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einem Individuum, das stets in seiner Gesamtheit betrachtet wird.
Durch ein Sportprofil soll Neigungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Sport stärker entsprochen werden, sodass auch sportlich Hochbegabte durch vermehrten Sportunterricht entsprechend unterstützt werden.
Hierbei werden in den Klassenstufen 5 bis 10 bis zu 2 zusätzliche Sportstunden pro Woche unterrichtet.
Ab Klasse 8 ist Sport Kernfach, in dem im Rahmen des Sportunterrichts je eine Stunde Sporttheorie erteilt wird. Mit Abschluss der Klasse 10 haben die Schülerinnen und Schüler die Qualifikation zur Teilnahme an einem Prüfungslehrgang zum Erwerb der Übungsleiterlizenz (ÜL-Freizeitsport).
Schüler aller Profile erhalten bei uns verstärkten Sportunterricht. Besonders ausgeprägt ist dies natürlich im Sportprofil der Schule. Hier wird das Fach Sport ab der Klassenstufe 8 zum Hauptfach mit sporttheoretischen Inhalten. Über die Inhalte der Bildungsstandards Sport hinaus fördern wir unsere Schüler in weiteren Bereichen:

Schulmannschaften

Zahlreiche Mannschaften vertreten jedes Jahr unsere Schule im Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia in den Landesfinalwettbewerben und dem Bundesfinale in Berlin. Hier wurden Finalplatzierungen und Bundessiege in den Sportarten Basketball, Leichtathletik und Tennis erreicht.

Gezielte Vorbereitung auf Wettkämpfe
  • Teilnahme an Schulsportwettbewerben des Landes
  • Durchführung von Bundesjugendspielen in den Klassen 5 bis 7
  • Durchführung von Schulturnieren und Wettkämpfen
  • Teilnahme an Wettbewerben (Jugend trainiert für Olympia)
  • Unterstützung der Schulmannschaften und außerschulischer Partner durch Möglichkeiten zur Neigungsdifferenzierung auf Kaderniveau in den Sportarten Tanzsport, Leichtathletik, Basketball und Tennis.
  • Organisation und Durchführung von Wettkämpfen
  • Einsatz von Sportmentoren und Übungsleitern in der ergänzenden Wettkampfbetreuung
Vorbereitung und Erwerb pädagogischer Kompetenzen
  • Einsatz von Schülern als Schiedsrichter, Kampfrichter und Turnierleiter in allen Klassenstufen
  • Projektunterricht im DLRG Schwimmen mit Ablegung des DLRG Rettungsschwimmabzeichens in Silber (Klasse 10 )
  • Übungsleiterausbildung in Zusammenarbeit mit den Landessportschulen und Erwerb der Übungsleiter C-Lizenz im Rahmen des Unterrichts (Kursstufe)
  • Rot-Kreuz-Ausbildung zum Ersthelfer

Natursport und Umwelt
  • Durchführung eines Sportcamps in Klasse 5
  • Durchführung eines Wintersportschullandheims in Klasse 6
  • Projekte in anderen Klassenstufe
  • Natursportartenausbildung im Rahmen des Neigungs- und Profilfachs Sport.
Besondere Förderung der regionalen Schwerpunktsportarten Basketball, Leichtathletik, Tennis, Tanzsport und Hockey

Die Sportart Tennis ist am OHG entsprechend den Bestimmungen zu Vorbereitung und Durchführung des Abiturs, für Schüler des Sportprofils prüfungsfähige Abitursportart. Dies ist nur in ganz wenigen Schulen Baden Württembergs möglich.

Neigungsdifferenzierung

Die Neigungsdifferenzierung (NDZ) der Schule ist die inhaltliche Fortführung der Sportbegabtenförderung der Klasse 5 und 6. Das Otto-Hahn-Gymnasium als Partnerschule des Sports und der Olympiastützpunkte des Landes Baden-Württemberg hat zum Ziel, sportbegabte Schüler unserer Schule ab Landeskaderniveau und mit Landeskaderperspektive auch im sportpraktischen Bereich an der Schule zu fördern. Der Stellenwert von Sport als Hauptfach ab der Mittelstufe und den in den Sport-Bildungsstandards verankerten übergreifenden Lernzielen ist jedoch stets zu berücksichtigen.
Die NDZ dient außerdem dem Aufbau repräsentativer Schulmannschaften.
Grundlage der NDZ sind die im Lehrplan genannten Möglichkeiten zur Organisation des Sportprofils und die Herausbildung regionaler Schwerpunktsportarten, in Ludwigsburg insbesondere Basketball, Tanzsport, Leichtathletik und Tennis sowie die Stellungnahmen des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport in der Sitzung der Sportprofilschulen des Landes aus dem Jahr 3/2001.

Organisation

Die NDZ findet klassenstufenübergreifend für Schüler des Sportprofils der Klassen 6 bis 9 statt. Der Unterricht im Klassenverband am Nachmittag des Sportprofils wird durch die NDZ ersetzt. Zur Teilnahme an der NDZ findet eine Sichtung statt. Die Auswahl erfolgt durch den NDZ-Sportlehrer/in. Aus dieser Sichtung werden bis zu 20 Schüler zur Teilnahme an der NDZ ausgesucht. Die NDZ findet im schulischen Rahmen statt.
Eine Zulassung schulfremder Schüler in die NDZ ist nicht möglich. Der schulische Rahmen der NDZ muss deutlich erkennbar sein. Über die NDZ ist ein Sporttagebuch zu führen. Die Schüler unterliegen den gleichen Pflichten wie im Unterricht im Klassenverband.
Der Klassensportlehrer entscheidet über zeitweiligen Zugriff auf NDZ Teilnehmer, wenn er dies für besondere Inhalte als notwendig erachtet, insbesondere auch um den Charakter von Sport als Hauptfach zu gewährleisten und motorische Defizite, die eine erfolgreiche Fortsetzung des Profilfaches Sport gefährden würden (dies gilt in besonderem Maße für die Schwimmausbildung aber bei Defiziten des NDZ Schülers auch für andere Bereiche), zu vermeiden.

Teilnehmer

Die NDZ steht Schülern des Sportprofils offen. Die Anforderungen orientieren sich am Landeskaderniveau der jeweiligen Sportart. Minimalanforderung ist die Einsatzmöglichkeit im Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia in den regionalen Schwerpunktsportarten der Schule. Die Teilnehmer verfügen über ein allgemeines sportmotorisches Begabungsniveau, welches ihnen erlaubt, trotz geringerer Übungszeit im Klassenverband, an allen sportmotorischen Überprüfungen verpflichtend teilzunehmen.

Betreuung

Der Unterricht erfolgt durch einen Sportlehrer des OHGs in Zusammenarbeit mit einem Stadtverbandstrainer oder Landestrainer, der z.B. auch als Lehrbeauftragter an der Schule tätig ist.
Die Leiter der NDZ stehen in engem Kontakt mit dem Sportlehrer des Klassenverbands. Dieser bleibt zentrale Bezugsperson und Ansprechperson des Schülers.
Der Klassensportlehrer entscheidet ggf. bei allgemein sportmotorischen Defiziten, die einer erfolgreichen Fortführung von Sport als Hauptfach auftreten könnten, auch über eine mögliche Wiedereingliederung in den Klassensportverband.

Notengebung

Die NDZ geht entsprechend der Stundenzahl in die Praxisnote ein, in der Regel daher mit 50%. Die Notengebung orientiert sich am erhöhten Anforderungsniveau der NDZ und beinhaltet einen sportartübergreifenden konditionellen Anteil. Die Note wird in einer festgelegten Prüfung durch den verantwortlichen NDZ-Sportlehrer des OHGs ermittelt. Die Teilnehmer an der NDZ nehmen an allen übrigen Praxisteilen zur Notenermittlung der Gesamtklasse teil. Die Gewichtung von erbrachten Leistungen, deren Vorbereitung den Teilnehmern an der NDZ zeitlich nur reduziert angeboten werden kann, liegt im pädagogischen Ermessen des Lehrers.

Anwesenheitspflicht und Entschuldigungsverfahren

Für die Teilnahme an der NDZ gelten die Bestimmungen der Schulbesuchsverordnung. Dies betrifft im Besonderen die ordnungsgemäße und regelmäßige Teilnahme am Unterricht in der NDZ sowie die Entschuldigungspflicht bei Verhinderung der Teilnahme.
Findet die NDZ in einer Woche nicht statt, besteht Teilnahmepflicht am Klassensportunterricht.
Bei schulischem Fehlverhalten kann der Schüler von der NDZ ausgeschlossen werden.

Sportbegabtenförderung

Die Sportbegabtenförderung der Schule (SBF) ist inhaltliche Ausgestaltung der Funktion unserer Schule als Partnerschule des Sports und der Olympiastützpunkte des Landes Baden-Württemberg. Sie hat zum Ziel motorisch besonders begabte Schüler unserer Schule zu fördern.

Organisation

Die SBF findet jeweils am Freitag von 13.30 bis 14.30 Uhr statt. Die SBF steht ausschließlich TZI-Mitgliedern der Klassen 5 und 6 zur Verfügung. Die Terminierung dient der Planungssicherheit in Zusammenarbeit mit dem Teilzeitinternat Sport und den Ludwigsburgern Vereinen.

Betreuung

Für die SBF wird ein Lehrer der Schule mit Deputaten bereitgestellt. So wird die ganzjährige, kontinuierliche pädagogische und fachliche Begleitung der Gruppe sichergestellt. Der verantwortliche OHG-Lehrer kooperiert bei der inhaltlichen Konzeption eng mit den Stadtverbandstrainern und Landestrainern der Fachverbände aus Tanzsport, Basketball und Leichtathletik. Die inhaltliche Konzeption orientiert sich an den Lehrplänen der Kindersportschule und ist sportartübergreifend angelegt. Am Ende der SBF soll eine Talentprognose erstellt werden.

Teilzeitinternat

Durch erfolgreich absolvierten Eingangstest erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit zur Mitgliedschaft im TZI und sind an der Teilnahme an der SBF verpflichtet.
Der verantwortliche Lehrer steht in engem Kontakt zur pädagogischen Leitung des TZIs und nimmt an den Planungsterminen des Jour Fix Team des Stadtverbands für Sport teil.

Teilnehmer

Die Teilnehmer werden durch Stadtverbandstrainer und OHG-Sportlehrer im Unterricht gesichtet und eingeladen. Ein Elternabend informiert die Eltern über die Zielsetzung des Projektes.

Notengebung

Eine Notengebung erfolgt nicht. Ein Eintrag ins Zeugnis ist möglich.

 Übungsleiterausbildung
Die Prüfung zum Übungsleiter C

Der Unterricht im Sportprofil der Klassen 9 und 10 mit 4 Stunden Praxis und 1 Stunde Sporttheorie ersetzt zwei einwöchige Vorbreitungslehrergänge des WLSB an den Landessportschulen. Die Schüler des Sportprofils werden direkt zum einwöchigen Prüfungslehrgang in Tailfingen zu Beginn der Kursstufe 2 mit Ihrem Sportkurs zugelassen. Zulassungsvoraussetzung ist die aktive Mitgliedschaft in einem dem WLSB angeschlossenen Sportverein.

Zielsetzungen

Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt durch diese Initiative die Vereine bei der Gewinnung ehrenamtlich tätiger Übungsleiter.
Aus schulischer Sicht gelingt es mit der Übungsleiterausbildung insbesondere auch die Mehrperspektivität modernen Sportunterrichts zu verwirklichen. Über das eigene motorische Können hinaus, rücken im Sportprofil des OHGs zunehmend die Vermittlung pädagogischer und sozialer Kompetenz als Bestandteile des Sportunterrichts in den Vordergrund.

Organisation

Durch die Übernahme kleinerer Planungsaufgaben bei Vorbereitung und Durchführung im Sportunterricht der Schule werden die Schüler auf ihre Prüfung an den Landessportschulen bereits im Unterricht vorbereitet. Auswertung und Verbesserung der eigenen Lehrtätigkeit führen zu Herausbildung von Teamfähigkeit und Kritikfähigkeit. Die Einübung der Übungsleiterfunktion ermöglicht den Erwerb von pädagogischer Kompetenz durch die Einübung von Führungsverhalten in Form von Herausbildung situativ angepasster Führungsstile in Abhängigkeit von der zu betreuenden Sportgruppe. Der Lehrplan des Sportprofils orientiert sich für die Übungsleiterausbildung an den Ausbildungsrichtlinien des WLSB.

Perspektiven

Die Schüler bekommen ihre Ausbildung durch eine Lizenzierung durch Eintrag in das Zeugnis der Schule bescheinigt. Gerade bei Einstellungsverfahren größerer Unternehmen haben solche Ausbildungsverfahren, die zur Einübung von Schlüsselqualifikationen für spätere erfolgreiche berufliche Tätigkeiten beitragen, einen immer größeren Stellenwert bei den Personalabteilungen,

Einsatzmöglichkeiten an der Schule

Die Übungsleiterausbildung für Schüler der Klassenstufe 10 steht in engem Zusammenhang mit dem Gesamtprogramm des Sportprofils der Schule. Die ausgebildeten Schüler der Klassenstufe 10 werden bei schulischen Veranstaltungen eingesetzt und sammeln so erste Praxiserfahrung bei schulischen Veranstaltungen und eigenverantwortlicher Betreuung von Schülergruppen in Kooperation mit den Sportlehrern der Schule.
Einige Einsatzmöglichkeiten der Übungsleiter als Sportmentoren:

  • beim Sportcamp der Klassenstufe 5 im Rahmen erlebnisorientierter Natursportprogramme
  • im Sportschullandheim Wintersport oder Wassersport der Klasse 6
  • bei Sonderveranstaltungen der Schule (Wandertage, Skitage, Organisation von Sportveranstaltung wie z.B. Bundesjugendspiele oder Jugend trainiert für Olympia-Wettkampfbetreuung)