JUGEND-EINE-WELT-FORUM: LokalGlobal for a better future!

„WIR MÜSSEN DEN KLIMAWANDEL AUFHALTEN!“
Am Freitag, den 15. November 2019, fand der Kick-off-Event des Jugend-Eine-Welt-Forums statt, das Anfang des Jahres neu gegründet wurde, nachdem sich ein ORGA-Team von 10 Mitgliedern zusammengefunden hatte. Die Koordinierungsstelle Kommunale Entwicklungspolitik unter der Leitung von Herrn Saliou Gueye unterstützt die Jugendlichen in Kooperation mit Ahmadou Bah (Referent / Dozent für Globales Lernen und Arbeitsmarktintegration) und Heike Hauptvogel (Lehrerin am Otto-Hahn-Gymnasium).
Die Jugendgruppe will sich mit globalen Fragen und Problemen auseinandersetzen. Klimawandel und Klimagerechtigkeit bilden hierbei einen thematischen Schwerpunkt. Daher stand bei der ersten, großen Veranstaltung das Planspiel SÜDSICHT – ein klimapolitischer Perspektivwechsel auf dem Programm.
22 Schüler*innen aus verschiedenen Ludwigsburger Schulen (OHG, GGL, MGL, FSG, Gemeinschaftsschule, GWRS Hirschbergschule) hatten sich angemeldet. Nach dem Get-together mit leckerem Fingerfood begrüßte Saliou Gueye alle im Namen der Stadt Ludwigsburg.
Die Menschen im Globalen Süden produzieren viel weniger CO2 und tragen dadurch weniger zum Klimawandel bei. Aber sie sind von den katastrophalen Folgen am meisten betroffen: steigende Meeresspiegel, Wassermangel, Ernteausfälle, Wüstenbildung etc. Herr Gueye findet es großartig, dass die Jugendlichen bereit sind, sich auf den Perspektivwechsel einzulassen und im Rückblick des Planspiels das eigene Handeln im globalen Kontext zu reflektieren. Nur so könne ein Verantwortungsbewusstsein entwickelt werden.
Die beiden Referentinnen, Frau Strehl und Frau Fender von der LAG 21 NRW, knüpften in ihrer Einleitung daran an und präsentierten zunächst einige Fakten: Der Klimawandel ist auch in Deutschland angekommen. 2018 war das wärmste und trockenste Jahr seit Beginn der Messungen. Parallel zur extremen Hitze häufen sich Gewitter mit Starkniederschlägen und lokalen Hochwasserereignissen.
Überschwemmungen sind das größte Problem der Menschen im fiktiven Staat Ghanesien. Im Parlament sollten Handlungsstrategien diskutiert und eine Schutzmaßnahme beschlossen werden. Nachdem Samuel Seyum zum Bürgermeister von Cape Shore gewählt wurde, machten sich die Jugendlichen mit dem Szenario des Planspiels vertraut. Melisa Inan meinte, dass man sich mit den Rollenbeschreibungen sehr gut vorbereiten und in die Menschen hineinversetzen konnte. In den anschließenden Fraktionssitzungen der Partei „Social Democratic Congress“ und der „Liberal Patriotic Party“ widmete man sich dann dem Problem und den unterschiedlichen Lösungsansätzen. Nach der ersten Ratssitzung ging es dann in den Planungs- und Umweltausschuss bzw. den Haupt- und Finanzausschuss. Hier wurde zum Teil sehr kontrovers und heftig debattiert. Zur Diskussionsfreude hat sicher auch das besondere Setting beigetragen, meinte Frau Strehl. Wie in den Gemeinderatssitzungen waren die Tische im Kreis angeordnet und die „Parlamentarier“ mussten in die Mikrophone sprechen. Auch Frau Fender war begeistert: „Diese Gruppe war in ihrer Argumentation sehr tiefgründig und energisch.“
Das Zeitmanagement war straff. Vor der finalen Ratssitzung mit der endgültigen Abstimmung fand eine erneute Fraktionssitzung statt. In den kurzen Pausen konnten sich die Jugendlichen am reichhaltigen Buffet stärken. „Man konnte sehr gut nachempfinden, dass es in der Politik oft nicht leicht ist, unterschiedliche Positionen auszudiskutieren und einen Kompromiss zu finden“, meinte Steve Bellmann, Mitglied des ORGA-Teams vom Jugend-EWF.
Nach einem sehr intensiven Nachmittag gab es zum Abschluss dann die After-Party, bei der Musik gehört und getanzt wurde. Es wurde aber auch noch weiter diskutiert. Für die Jugendlichen der Fridays for Future-Generation steht fest: „Wir müssen den Klimawandel aufhalten!“ Jeder kann hier seinen Beitrag leisten, denn lokales Handeln hat eine globale Wirkung. Alle Jugendlichen haben am 7. Dezember die Gelegenheit, an der Jugendklimakonferenz teilzunehmen. Dort können sie die Frage diskutieren, wie Klimaschutz in Ludwigsburg noch besser umgesetzt werden kann. Mitglieder des ORGA-Teams des Jugend-Eine-Welt-Forums sind an den Vorbereitungen beteiligt. Für das nächste Jahr sind weitere Veranstaltungen geplant, bei denen sich Jugendliche informieren, diskutieren und überlegen, was sie tun können: LokalGlobal for a better future!